- Wohnraum – ein knappes Gut
- Mehr als ein Wohnhaus
- Eine Vision mit Wurzeln
- Gemeinschaft als Antwort auf die Fragen unserer Zeit
- Drei Wege, die Vision zu unterstützen
- Hoffnung bauen
„Greifswald – das ist doch irgendwo an der Ostsee, oder?“ So reagieren viele, wenn wir erzählen, wo wir leben. Manche können die Stadt vielleicht noch geographisch genauer einordnen: an den Greifswalder Bodden zwischen Rügen und Usedom. Andere verbinden sie mit den vermutlich berühmtesten Söhnen der Stadt: Caspar David Friedrich und Toni Kroos.
Was weniger bekannt ist: Greifswald ist nicht nur Hanse- sondern auch Universitätsstadt. Die rund 10.000 Studierenden machen Greifswald hinsichtlich der Bevölkerung regelmäßig zu den jüngsten Städten in Deutschland, in Mecklenburg-Vorpommern liegt sie damit sogar auf Platz 1.
Nicht nur deshalb ist Greifswald für viele ein attraktiver Studienort. Die Stadt verbindet Tradition mit wissenschaftlichen Ambitionen und maritimem Flair. Das Motto der Universität bringt es treffend auf den Punkt: „Wissen lockt. Seit 1456.“
Wohnraum – ein knappes Gut
Doch wer nach Greifswald kommt, merkt schnell: Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Ein Studienplatz ist leichter zu finden als ein bezahlbares Zimmer.
Zudem setzen neue Wohnheime meist auf Einzelapartments – maximale Privatsphäre, aber eben auch Anonymität. Diese Individualisierung hat ihren Preis: Wer allein wohnt, bleibt häufig allein. Der Umzug in eine fremde Stadt, der Abschied vom vertrauten Umfeld, hoher Leistungsdruck und anonyme Strukturen lassen viele junge Erwachsene trotz voller Hörsäle isoliert zurück. Inzwischen berichtet etwa jeder dritte Studierende von Einsamkeitserfahrungen während des Studiums.
Mehr als ein Wohnhaus
Genau hier setzt unsere Vision an, die wir im Haus der Hoffnung schon längere Zeit bewegen: Auf unserem Grundstück entsteht ein Studienhaus, das Glaube, Lernen und Leben vereint – ein Raum, in dem lebendige Gemeinschaft wächst.
Wir wollen der zunehmenden Individualisierung etwas entgegensetzen und Wohnraum schaffen, in dem gemeinsames Leben bewusst gefördert wird. Es geht nicht nur um Zimmer und Wohnungen. Wir möchten in Beziehungen investieren, Studierende begleiten und ihnen in einer prägenden Lebensphase Orientierung geben.
Diese Vision nimmt nun konkrete Gestalt an: Geplant ist ein energieeffizienter Neubau mit vier Etagen: Im Erdgeschoss planen wir Gemeinschaftsräume und Büros, die Platz für Begegnung, Gespräche, gemeinsames Lernen, Gebet und gegenseitige Unterstützung schaffen. Im ersten bis dritten Obergeschoss können bis zu achtzehn Studierende in Wohngemeinschaften leben.
Unser Wunsch ist es, dass junge Menschen hier Heimat, Freundschaft und Richtung in Jesus Christus finden und lernen, mit Gott, miteinander und mit sich selbst in versöhnter Beziehung zu leben.
Eine Vision mit Wurzeln
Sechzig Jahre nach der Gründung der OJC knüpfen wir an den Auftrag der ersten Stunde an. Irmela und Horst-Klaus Hofmann begegneten jungen Menschen auf Augenhöhe, um mit ihnen die drängenden Fragen ihrer Zeit zu bewegen. Bonhoeffers Leitfrage prägt die OJC damals wie heute: „Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll.“
Auf der Höhe der Studentenunruhen bewegte viele die Sehnsucht nach gesellschaftlicher Veränderung. Hofmanns suchten Mitstreiter und boten Seminare und Tagungen für Studierende an: „Alle reden von Revolution – wir auch!“ Nach diesen Tagungen stellten Studierende die Frage: Wie lässt sich das, worüber wir sprechen, im Alltag leben?
Die Antwort war ebenso schlicht wie herausfordernd:
Wirkliche Veränderung beginnt nicht zuerst in Programmen oder Strukturen, sondern im Herzen der Menschen. Wer die Welt verändern möchte, muss bereit sein, bei sich selbst anzufangen. Aus dieser Überzeugung luden Hofmanns ab 1968 junge Menschen zunächst zu sich nach Hause ein, um an ihrem Alltag teilzunehmen. Schon bald wurden größere Häuser gesucht und es entstand das „Experiment Großfamilie“ in Bensheim. Hieraus entwickelte sich über Jahrzehnte die heutige OJC-Kommunität, deren Auftrag wir als Team im Haus der Hoffnung mittragen und mitgestalten.
Wir profitieren dabei von den Erfahrungen, die wir persönlich in den vergangenen Jahrzehnten im gemeinsamen Leben mit jungen Menschen sammeln durften: Renate und Rudolf Böhm kamen vor 35 Jahren in die OJC und waren von Anfang an als Seelsorger und Begleiter für viele da – in Reichelsheim für die jungen Frauen und Männer im Jahresteam und in Greifswald für zahlreiche Studierende, die im Haus der Hoffnung lebten oder seelsorgerliche Begleitung suchten und teilweise bis heute suchen.
Daniela und Konstantin Mascher waren selbst als junge Erwachsene Teil des OJC-Jahresteams. Diese wertvolle Zeit hat sie so geprägt, dass sie bis heute eine große Leidenschaft für gemeinsames Leben haben. Später begleiteten sie gemeinsam mit Carolin und Daniel Schneider etliche OJC-Jahresteams und teilten ihren Alltag mit jungen Menschen.
Gemeinschaft als Antwort auf die Fragen unserer Zeit
Wir sind überzeugt, dass Gemeinschaft ein Schlüssel für die Herausforderungen unserer Zeit ist. Das Studienhaus soll ein Ort sein, an dem Glaube nicht nur diskutiert, sondern erlebt wird.
Ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, Verantwortung geteilt wird und junge Menschen erfahren, dass sie nicht allein unterwegs sind. Damit knüpfen wir an einen Grundgedanken der OJC an: Leben und Glauben gehören zusammen. Gute Ideen verändern die Welt erst dann, wenn sie gelebt werden.
Drei Wege, die Vision zu unterstützen
Damit aus dieser Vision Wirklichkeit wird, brauchen wir euch in dreifacher Hinsicht:
Begleiten
Werdet Teil der Reise! Verfolgt und begleitet die Entwicklung des Projekts in unseren Publikationen, auf unserer Website und in den sozialen Medien. In den kommenden Wochen senden wir euch einen Aktionsflyer mit weiteren Informationen zu.
Beten
Gebet ist das Fundament dieses Hauses. Bittet mit uns um Weisheit für die weitere Planung, die Zusammenarbeit mit Architekten und Fachplanern, die Bauphase und die notwendigen finanziellen Mittel.
Beitragen
Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,95 Millionen Euro wird das Studienhaus das größte OJC-Projekt der nächsten Jahre. Wie bei allen unseren Diensten sind wir auch bei diesem Projekt auf eure Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns über Spenden, zinslose Darlehen und Zustiftungen an die ojcos-stiftung, die das Haus als Bauherr für die OJC bauen wird.
Hoffnung bauen
Danke, wenn ihr unsere Vision teilt und bereit seid, in die nächste Generation zu investieren.
Das geplante Studienhaus in Greifswald ist mehr als ein Bauprojekt. Wo andere Wohnkonzepte vor allem Privatsphäre schaffen, soll hier Gemeinschaft wachsen. Wo Studierende oft nur für wenige Jahre an einem Ort leben, soll Heimat entstehen.
Und wo viele junge Menschen nach Sinn und Richtung fragen, möchten wir Räume eröffnen, in denen Glauben, Lernen und Leben zusammenfinden, um gemeinsam Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden. Denn wir sind nach wie vor davon überzeugt, was Horst-Klaus-Hofmann damals festhielt: „Konstruktive Realitäten lassen aufhorchen.“ So soll mitten in Greifswald ein Haus entstehen, dessen Wirkung weit über seine Mauern hinausreicht – ein Ort der Hoffnung für die nächste Generation.