Zusammengebacken

Bericht vom familienBROT–Wochenende

Sven Reber  –  Familienzeit im Januar: Sehr gerne denken wir zurück an das Wochenende im Odenwald. Wir waren Teil einer Gemeinschaft von neun Familien, die sich vor Ort oder gar vom Bodensee zum Reichelsheimer Begegnungszentrum (REZ) aufgemacht hatten. Die gemeinsame Zeit begann am Freitag mit dem Abendessen und anschließender Kennenlernrunde im Innenhof. Trotz frostiger Außentemperaturen gelang es den Referentinnen Stephanie und Hannah von familienbegleiten.de schnell, das Eis zu brechen. Es gab noch einen ersten Impuls für Eltern, und auch mit dem Backen wurde es praktisch: Der Sauerteig sollte uns durch die Tage begleiten.

Ein kurzer Abstecher: Jesus selbst verwendete ja den Sauerteig als Gleichnis in einer seiner Beispielgeschichten: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig. Eine Frau nimmt eine Handvoll davon, mengt ihn unter einen halben Sack Mehl, und am Ende ist die ganze Masse durchsäuert (Mt 13,33 /NGÜ). Das Reich Gottes beginnt im Kleinen. Aber dort, wo die gute Nachricht des Evangeliums verbreitet wird, gewinnt es zunehmend an Größe. Schließlich mündet die weltweite Mission Gottes für alle, die ihn aufnehmen, in der herrlichen Gegenwart seiner Ewigkeit. Nun aber zurück zum familienBROT-Wochenende.

Am Samstag um 6:30 Uhr brannte in der „Backstube“ das Licht, die Freiwilligen waren in Aktion. Sie formten unter Anleitung der OJC-ler Meike und Konstantin die Frühstücksbrötchen und bereiteten weitere Teige für den Samstag und Sonntag vor. Frühaufsteher wie die etwas länger Schlafenden konnten gemeinsam die Brötchen beim leckeren Frühstück genießen. So entwickelte sich das Seminar zunehmend zum Genusswochenende, im leiblichen wie auch geistlichen Sinne.

Zum Nachdenken über uns als Familien wurden wir am Samstagvormittag durch Hannah und Stephanie angeregt. Was brauchen wir? Was kommt hinein in unser Familienbrot? Ob klein, ob groß, jeder konnte seine Bedürfnisse und Erwartungen einbringen. Das Mittagsgebet in der Kapelle rundete den Vormittag ab. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit dem Backen. Das süße Gebäck und den Streuselkuchen haben wir uns beim Kaffee und Tee gleich schmecken lassen. Beim anschließenden Stationenlauf war jede Familie für sich unterwegs, um neue Impulse zu entdecken: im Reden, Tun und Machen, in der Auseinandersetzung und immer wieder im Genießen. Der Samstag endete mit einer Sonntagsbegrüßung, für einige eine ganz neue Erfahrung. Im festlich hergerichteten Saal begrüßten wir den Sonntag mit dem Entzünden der Kerzen und feierten das neue Leben in der Auferstehung, das wir durch Jesus, dem Licht der Welt, haben. Gott schenkt uns überfließende Fülle (symbolisiert von Wein/Traubensaft) und versorgt uns jeden Tag mit allem, was wir zum Leben brauchen (symbolisiert im selbstgebackenen Fladenbrot). Besonders der Gedanke, nun die Arbeit ruhen zu lassen, auch die unvollendete, blieb in Erinnerung. Die am späteren Abend noch Übriggebliebenen bereiteten schon die sonntagmorgendliche Backzeit vor und gönnten sich ein gemütliches Beisammensein in der „Jig“-Kneipe, um den erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen.

Am Sonntag um 7 Uhr kamen die Frühaufsteher wieder auf ihre Kosten, als die Backzeit eröffnet wurde. Zopf und Laugengebäck wurden in den Ofen geschoben und die Teiglinge fürs Pizzabacken vorbereitet. Nach dem Frühstück trafen wir uns noch einmal im Saal zum gemeinsamen Familiengottesdienst. Viel zu schnell ging das Wochenende seinem Ende entgegen. Man hatte noch etwas freie Zeit, bevor dann das gemeinsame Pizzabacken und natürlich Pizzaessen den Abschluss der gemeinsamen Familienzeit bildete. Ich denke, ich kann im Namen aller Teilnehmer allen Verantwortlichen und Beteiligten einfach nur Danke sagen: für die herzliche Aufnahme, für die gute Versorgung, für die wichtigen Impulse und die Portion Sauerteig, die jeder mitnehmen durfte. Wir sind als Beschenkte nach Hause gefahren.

Inzwischen sind wieder einige Wochen vergangen, und im Rückblick auf die Tage im REZ kann ich sagen: Im Ausprobieren der Sauerteigrezepte zeigt sich, dass das Selbstgebackene einfach mega lecker schmeckt! Und das andere: Familie lohnt sich! In all dem Schönen, in all dem Schwierigen. Es ist gut, wichtig und richtig, gemeinsam unterwegs zu sein.

Das nächste familienBROT-Seminar findet vom 14. – 16. Februar 2025 statt. Herzliche Einladung!

Sven Reber ist Diplom-Ingenieur (FH), verheiratet, 5 Kinder, wohnhaft in Denkendorf, Gemeindezugehörigkeit: Evangelische Freie Gemeinde Wendlingen.

Salzkorn 2 / 2024: Mission possible
⇥  Magazin bestellen oder PDF downloaden
Vorheriger Beitrag
Leserrückmeldungen zu SK 1-24
Nächster Beitrag
Gute Fahrt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Weitere Artikel zum Thema

Archiv